Endogene Depression

Depressionen die "von innen heraus" entstehen


Der Begriff „endogene Depression“ bezieht sich auf ein veraltetes Klassifikations-Schema von Depressionen und wird heute in wissenschaftlichen wie in klinischen Fachkreisen nicht mehr verwendet. Da diese Bezeichnung umgangssprachlich aber noch häufig Verwendung findet, soll sie näher erläutert werden.

Der Name endogene Depression gehört zum dem Begriffspaar „endogene versus reaktive“ Depression. Das Wort „endogen“ bedeutet „von innen heraus entstanden“. Als eine endogene Depression wurden früher solche Depressionen bezeichnet, bei denen man der Auffassung war, dass sie ohne einen äußeren Anlass entstanden sind. Im Gegensatz dazu verwendete man früher dazu die Bezeichnung „reaktive Depression“ für Depressionen, die „als Reaktion“ auf ein äußeres Ereignis (z.B. Tod eines geliebten Menschen) entstanden sind.

Früher vermutete man, dass es Menschen gibt, die allein aufgrund ihrer Konstitution zu Depressionen neigen und dass diese Menschen von sich heraus Depressionen entwickeln.

Das Konzept der endogenen Depression konnte wissenschaftlich nicht bestätigt werden und wird deshalb von allen führenden Depressionsforschern nicht mehr gebraucht. Ein wesentliches Problem mit diesem Begriff besteht darin, dass dieser Begriff Symptome (d.h. die depressiven Anzeichen) und Ursachen (d.h. die unterstellte endogene Entstehung) miteinander vermischt.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben aber genau das Gegenteil gezeigt, dass vollkommen unterschiedliche Ursachen zu der gleichen Symptomatik führen können; mit anderen Worten: sehr unterschiedliche Ursachen können zu der gleichen depressiven Erkrankung führen (sog. Äquifinalität).

Weiterhin scheint der Begriff der endogenen Depression auch eine eingeschränkte oder ungünstige Behandlungsmöglichkeit nahezulegen, die aber nicht besteht. Grundsätzlich sind alle Depressionen durch eine spezifische Depressionstherapie gut zu therapieren.


Wirksame Depressionstherapie.