Melancholische Depression

Melancholia


Die melancholische Depression (oder kurz: Melancholia) ist eine Sonderform der Depression, von der noch nicht sicher ist, ob sie wirklich als eine besondere Form von Depression existiert oder nur eine Variante einer "normalen" Depression ist. Die wissenschaftlichen Studien dazu dauern noch an, leider sind die Ergebnisse nicht sehr eindeutig. Da die Bezeichnung aber in der Öffentlichkeit im Gebrauch ist, soll diese Form der Depression genauer erläutert werden.

Bei der Melancholia spielen vermutlich bestimmte Symptome eine besondere Rolle, die diese Depression von anderen Depressionen unterscheidet, die besonders charakteristischen Merkmale sind:

  • kompletter Verlust von grundsätzlich allen positiven Gefühlen
  • tiefe Verzweiflung
  • eine besonders am Tagesbeginn ausgeprägte schlechte Stimmung (sog. Morgentief)
  • Erwachen deutlich vor der eigentlichen Aufwachzeit (sog. Früherwachen)
  • Exzessive, unangemessene Schuldgefühle

Zu dem letzten Kriterium, den Schuldgefühlen, ist folgendes Erwähnenswert: Schuldgefühle sind an sich etwas völlig normales. Nur unangemessene Schuldgefühle werden als krankhaft ("pathologisch") oder als "depressiogen" (d.h. "eine Depression erzeugend") bezeichnet. Insofern können Schuldgefühle für eine Depressionstherapie eine wichtige Rolle spielen.

Ein Schuldgefühl ist dann krankhaft, wenn es ohne entsprechende Schuld auftritt. Gerade im Rahmen einer depressiven Erkrankung treten sehr oft Schuldgefühle auf, ohne dass eine korrespondierende Schuld vorliegt. Der Betroffene hat also ein subjektives Empfinden von Schuld ohne dass objektiv - in der Realität - eine tatsächliche Schuld vorhanden ist.

Häufig merken die Betroffenen selber, dass sie "vom Kopf her" keine Schuld haben, die Schuldgefühle aber dennoch vorhanden sind. Gerade dieses auseinanderfallen von verstandesmäßiger und gefühlsmäßiger Erkenntnis macht den Betroffenen besonders stark zu schaffen. Häufig ist das auch der Einstieg in quälende Grübelkreisläufe, in denen die Betroffenen teils stundenlang ihre Gedanken wälzen, ohne aber zu einem Ergebnis zu kommen.

Unangemessene Schuldgefühle lassen sich durch Psychotherapie gut behandeln (speziell auch durch Verhaltenstherapie). Während einer "Schuld-Therapie" werden z.B. Sokratische Gespräche geführt, um zunächst ein besseres Verständnis von angemessener Schuld zu entwickeln. Häufig haben Menschen mit unangemessenen Schuldgefühlen ein falsches Verständnis von Verantwortung. In der Regel, übernehmen sie dann Verantwortung für Dinge, für die sie tatsächlich gar nicht verantwortlich sein können. Eine Folge dieses "übermäßigen" Verantwortungsgefühls ist dann, dass sie sich viel zu schnell und viel zu oft schuldig fühlen. In der Therapie lernen die Betroffenen dann, ihre Schuldgefühle auf ihre Angemessenheit hin zu untersuchen.

Auch eine melancholische Depression lässt sich durch Psychotherapie erfolgreich behandeln. Ein Behandlungsschwerpunkt von mir ist die Therapie von Depressionen. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich z.B. die Depressions-Therapie in der Tagklinik Westend reorganisiert und geleitet.

Bezüglich einer Therapie bei mir können Sie sich über den Ablauf  und die Kosten informieren oder zur Terminvereinbarung bzw. für mehr Informationen mit mir Kontakt aufnehmen.


Wirksame Depressionstherapie.